Zwei Brände, mehrere Verletzte & wenig Platz - Großeinsatz erfolgreich geprobt

Geschrieben am 17.04.2026
von Malte Bluhm


Nordhastedt - Rund 100 Einsatzkräfte üben in Nordhastedt den Ernstfall unter realistischen Bedingungen. Am Montag, den 13. April führte die Gemeindefeuerwehr Nordhastedt einen umfangreichen Übungsdienst in Form einer realitätsnahen Einsatzübung durch. Gemeinsam mit der Feuerwehr Albersdorf, dem THW Heide sowie dem DRK Heide mussten zeitgleich zwei Brände bekämpft, mehrere Verletzte versorgt und zudem Löschwasser über eine längere Wegstrecke gefördert werden.


Übungsobjekt war der sogenannte „Forellenhof“ in Nordhastedt. Angenommen wurde eine Unwetterlage mit mehreren Blitzeinschlägen, infolgedessen es zu Bränden in zwei Gebäuden kam, in denen sich noch Personen aufhielten. Zudem musste das benötigte Löschwasser über eine längere Wegstrecke zu zwei unterschiedlichen Brandobjekten gefördert werden. Dieses Szenario wurde nicht zufällig durch die Übungsleitung ausgewählt: Im August 2024 wurde die Gemeinde Nordhastedt von einem sogenannten „Downburst“ überrollt. Damals blieben Brände glücklicherweise aus und es kam lediglich zu Sachschäden.

Die Gemeindefeuerwehr Nordhastedt wurde von Einsatzleiter Bernd Müller mit der Bekämpfung eines Kellerbrandes beauftragt. In dem Keller wurden noch mehrere Personen vermisst. Unter Atemschutz gingen sofort mehrere Trupps zur Menschenrettung vor. Insgesamt konnten fünf Personen aus dem Gebäude gerettet und im Anschluss die Brandbekämpfung durchgeführt werden.

Parallel dazu übernahm die Feuerwehr Albersdorf die Menschenrettung und Brandbekämpfung an einem weiteren Gebäude, bei dem der Dachstuhl in Vollbrand stand und ebenfalls mehrere Personen als vermisst galten. Auch hier erfolgte umgehend eine Personensuche, bei der zwei weitere Personen erfolgreich gerettet werden konnten. Anschließend wurde auch hier die Brandbekämpfung durchgeführt, unter anderem mittels Drehleiter.

Alle geretteten Personen wurden dem DRK Heide übergeben, das mit seiner Schnelleinsatzgruppe (SEG) die medizinische Versorgung der Geretteten sicherstellte und deren Betreuung im weiteren Verlauf der Übung übernahm.

Das THW Heide wurde mit dem Aufbau einer Wasserentnahmestelle beauftragt. Dabei kam es zu kleineren Schwierigkeiten, die jedoch in einer solch komplexen Einsatzlage nicht unüblich sind und wertvolle Erkenntnisse für zukünftige Einsätze lieferten. Schlussendlich gelang es, das benötigte Löschwasser aus einem Teich zu entnehmen und zu den Brandobjekten zu fördern.

Insgesamt nahmen knapp 100 Einsatzkräfte an der Übung teil. Alle beteiligten Organisationen konnten wichtige Erfahrungen für zukünftige Einsätze sammeln und zeigten sich mit der organisationsübergreifenden Zusammenarbeit äußerst zufrieden.

Auch die anwesenden Gemeindewehrführer aus Nordhastedt, die als Übungsbeobachter eingesetzt waren, zeigten sich mit der Abarbeitung der Lage sehr zufrieden.

Der Übungsdienst fand im Gerätehaus Nordhastedt bei einer Grillwurst und kühlen Getränken einen gemütlichen Abschluss. 

Hier nutzte die Übungsleitung noch einmal die Gelegenheit, sich bei allen eingesetzten Kräften für die tolle Abarbeitung zu bedanken.

Ein großer Dank gilt ebenfalls den Eigentümern des „Forellenhof“ für die Bereitstellung der Objekte sowie dem JRK für die realistisch geschminkten Verletztendarsteller. Ohne diese Unterstützung wäre eine realistische Einsatzübung nicht möglich gewesen.